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Cannabidiol (CBD): Pharmakokinetik bei oraler Einnahme


Cannabidiol, besser bekannt als CBD, ist ein Hauptbestandteil der Cannabispflanze. In den letzten Jahren hat CBD aufgrund seiner potenziellen therapeutischen Wirkungen erhebliche Aufmerksamkeit erregt. Trotz seiner wachsenden Beliebtheit gibt es jedoch viele Aspekte von CBD, die weitere Forschung bedürfen. In diesem Artikel werden wir uns eingehender mit der Art und Weise beschäftigen, wie CBD im Körper wirkt, wie seine Aufnahme verbessert werden kann, was der sogenannte First-Pass-Effekt ist und welche möglichen Risiken für die Leber bestehen.


Wie wirkt CBD im Körper?

Pharmakokinetik umfasst die Absorption (wie das Medikament in den Blutkreislauf gelangt), die Verteilung (wie es im Körper verteilt wird), die Metabolisierung (wie es vom Körper verarbeitet wird) und die Ausscheidung (wie es aus dem Körper entfernt wird). Die Pharmakokinetik von CBD kann je nachdem, wie es verabreicht wird, variieren.

Eine Studie von Spindle et al. (2020) untersuchte die Pharmakokinetik von CBD bei Menschen, die CBD durch Rauchen, Verdampfen und orale Einnahme zu sich nahmen [1]. Die Studie fand heraus, dass die Menge an CBD im Blut nach der oralen Einnahme im Vergleich zu den anderen Methoden niedriger war. Dies deutet darauf hin, dass bei der oralen Einnahme von CBD ein Teil davon vom Körper abgebaut wird, bevor es seine Wirkung entfalten kann. Dieser Prozess wird als First-Pass-Effekt bezeichnet.


Was ist der First-Pass-Effekt?

Der First-Pass-Effekt bezieht sich auf den Prozess, bei dem ein (Wirk-)Stoff, nachdem er oral eingenommen und aus dem Magen-Darm-Trakt aufgenommen wurde, zuerst durch die Leber verarbeitet wird, bevor es in den allgemeinen Blutkreislauf gelangt. Dieser Prozess kann die Menge des Stoffes, die im Körper zirkuliert und seine (therapeutische) Wirkung entfalten kann, reduzieren.

Der First-Pass-Effekt kann besonders bei Stoffen wie CBD relevant sein, die eine hohe Fettlöslichkeit aufweisen und daher leicht von der Leber verarbeitet werden können. Darüber hinaus kann der First-Pass-Effekt auch die (Neben-) Wirkung des Stoffes zwischen verschiedenen Personen variieren lassen, da die Fähigkeit der Leber, Medikamente zu verarbeiten, von Faktoren wie der genetischen Veranlagung, dem allgemeinen Gesundheitszustand und der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente beeinflusst werden kann.


Wie kann die Aufnahme von CBD verbessert werden?

Um die Herausforderungen bei der oralen Verabreichung von CBD zu überwinden, wurden verschiedene Formulierungen untersucht. Eine Studie von Cherniakov et al. (2020) untersuchte, wie lipidbasierte Formulierungen, auch als Liposomen bekannt, die orale Bioverfügbarkeit von CBD verbessern können [2].

Liposomen sind winzige, kugelförmige Bläschen, die aus einer oder mehreren Fettschichten bestehen. Sie können verwendet werden, um Medikamente zu verpacken und ihre Aufnahme im Körper zu verbessern. Die Studie von Cherniakov et al. zeigte, dass Liposomen die Bioverfügbarkeit von CBD erhöhen können, indem sie seine Löslichkeit verbessern und seine Aufnahme durch die Darmwand fördern. Darüber hinaus können Liposomen dazu beitragen, den First-Pass-Effekt zu umgehen, indem sie das Medikament direkt in den allgemeinen Blutkreislauf transportieren.


Gibt es Risiken für die Leber?

Obwohl CBD allgemein als sicher angesehen wird, gibt es Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen und Toxizität. Eine Überprüfung von Iffland & Grotenhermen (2017) hebt die mögliche Lebertoxizität von CBD hervor [4].

Die Autoren der Überprüfung weisen darauf hin, dass CBD in einigen Fällen zu erhöhten Leberenzymen führen kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Erhöhungen in den meisten Fällen vorübergehend waren und keine klinischen Symptome von Leberschäden auftraten. Darüber hinaus traten diese Erhöhungen hauptsächlich bei hohen Dosen von CBD auf, die weit über den üblichen therapeutischen Dosen liegen.

Bei der Verarbeitung von Medikamenten durch die Leber können verschiedene chemische Veränderungen auftreten, die die Wirkung des Medikaments verändern können. In einigen Fällen kann die Verarbeitung eines Medikaments durch die Leber toxische Stoffwechselprodukte erzeugen, die zu Leberschäden führen können. Dies ist ein möglicher Mechanismus, durch den der First-Pass-Effekt zur Lebertoxizität von CBD beitragen könnte.

Darüber hinaus kann der First-Pass-Effekt dazu führen, dass hohe Konzentrationen von CBD in der Leber zirkulieren, was das Potenzial für Leberschäden erhöhen könnte. Dies könnte insbesondere bei hohen Dosen von CBD relevant sein, die weit über den üblichen therapeutischen Dosen liegen.


Zusammenfassung und Ausblick

Die Herausforderungen bei der oralen Verabreichung von CBD, insbesondere der First-Pass-Effekt, bedürfen weiterer Forschung. Die Verbesserung der Bioverfügbarkeit von CBD durch lipidbasierte Formulierungen ist ein vielversprechender Ansatz, aber es sind weitere Studien erforderlich, um die optimale Formulierung und Dosierung zu bestimmen.

Es ist auch wichtig, die möglichen Wechselwirkungen von CBD mit Medikamenten zu berücksichtigen. Da CBD von den gleichen Enzymen in der Leber metabolisiert wird, die viele andere Medikamente abbauen, kann es zu Wechselwirkungen kommen, die die Wirksamkeit dieser Medikamente beeinflussen. Personen die CBD verwenden, sollten daher immer ihren Arzt oder Apotheker konsultieren, um mögliche Wechselwirkungen zu besprechen.

Mit weiterer Forschung und klinischen Studien kann ein besseres Verständnis für die besten Anwendungen von CBD und die sichersten Wege zu seiner Verwendung entwickelt werden.

Quellen:

  1. Spindle, T. R., Cone, E. J., Schlienz, N. J., Mitchell, J. M., Bigelow, G. E., Flegel, R., ... & Vandrey, R. (2020). Pharmacokinetics of Cannabidiol Administered by Smoking and Vaporizing and Oral Ingestion in Occasional and Regular Users. Psychopharmacology, 237(4), 1161-1173. Link

  2. Cherniakov, I., Izgelov, D., Domb, A. J., & Hoffman, A. (2020). The Effect of Pro-NanoLipospheres (PNL) Formulation Containing Natural Absorption Enhancers on the Oral Bioavailability of Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) and Cannabidiol (CBD) in a Rat Model. AAPS PharmSciTech, 21(6), 225. Link

  3. Rowland, M., Peck, C., & Tucker, G. (2011). Physiologically-based pharmacokinetics in drug development and regulatory science. Annual review of pharmacology and toxicology, 51, 45-73. Link

  4. Iffland, K., & Grotenhermen, F. (2017). An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies. Cannabis and cannabinoid research, 2(1), 139-154. Link

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