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  • AutorenbildSwiss Drug Tesing

Genetik und Codeinabhängigkeit: Warum manche Menschen schneller abhängig werden


Die Wissenschaft hat schon lange erkannt, dass Suchtverhalten und die Anfälligkeit für Drogenabhängigkeit nicht nur von Umweltfaktoren, sondern auch von genetischen Faktoren beeinflusst werden. Ein anschauliches Beispiel dafür ist die unterschiedliche Reaktion verschiedener Menschen auf das Schmerzmittel Codein.


Codein ist ein Opiat, das zur Behandlung von mittelschweren bis starken Schmerzen eingesetzt wird. Es wird jedoch erst wirksam, wenn es im Körper zu Morphin metabolisiert wird, einer stärkeren und potenziell süchtig machenden Substanz. Dieser Metabolisierungsprozess wird durch das Enzym CYP2D6 gesteuert.


Einige Menschen, die als "Ultra-rapid metabolizer" bezeichnet werden, haben eine hohe CYP2D6-Aktivität und metabolisieren Codein sehr schnell zu Morphin. Daher können sie stärkere und schneller einsetzende Wirkungen von Codein erleben. Diese schnelle und intensive Wirkung kann dazu führen, dass diese Personen ein erhöhtes Risiko haben, eine Abhängigkeit von Codein zu entwickeln.


Auf der anderen Seite stehen die "poor metabolizer", die eine geringe oder keine CYP2D6-Aktivität aufweisen. Bei diesen Menschen wird Codein nicht effizient in Morphin umgewandelt, was dazu führen kann, dass das Medikament weniger wirksam ist oder gar keine Wirkung zeigt. Diese Gruppe hat tendenziell ein geringeres Risiko, eine Codeinabhängigkeit zu entwickeln.


Es ist wichtig zu beachten, dass die genetische Prädisposition nicht das einzige Element ist, dass das Risiko einer Sucht bestimmt. Faktoren wie psychologische Gesundheit, Stress, soziale Umgebung und frühere Erfahrungen mit Drogen spielen ebenfalls eine Rolle.


Die Kenntnis der genetischen Faktoren, die das Risiko einer Codeinabhängigkeit beeinflussen, kann jedoch dabei helfen, risikobehaftete Personen zu identifizieren und gezielte Präventions- und Interventionsstrategien zu entwickeln. Darüber hinaus kann die personalisierte Medizin dazu beitragen, die Verschreibung von Codein und anderen Medikamenten zu optimieren und so das Risiko von Nebenwirkungen und Sucht zu minimieren.


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